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Sonntag, 22. März 2009 um 16:03 Uhr |
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Etwa 300 Schüler versammelten sich am Samstag, den 21. März, bei strahlender Sonne auf dem Duisburger Bahnhofsvorplatz um gemeinsam gegen die aktuellen Missstände im Bildungsbereich zu protestieren. Unter dem Motto „Bildung statt Banken“ fand die lautstarke Demonstration der Schülerbündnisse Duisburg und Essen statt.
 „Jeden Tag erleben wir in der Schule die katastrophalen Auswirkungen der „Sparpolitik“, welche seit Jahren von unseren Politikern im Bildungsbereich praktiziert wird.“ erklärt Lukas Wolf, Pressesprecher der Demo. „Zu wenig Lehrer und dadurch überfüllte Klassen, heruntergekommene Schulgebäude und psychischer Druck aufgrund von Lernstress führen zu Frustration. Da ist es umso unverschämter, dass plötzlich hunderte Milliarden Euro in marode Banken investiert werden.“
Während der friedlichen Demonstration wurden unter anderem Reden gehalten, Sitzblockaden eingerichtet und mit Sprechchören, wie zum Beispiel „Bildung für alle, und zwar umsonst!“, „Bei den Banken sind sie fix, für die Bildung tun sie nichts“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“, auf die Missstände aufmerksam gemacht.
Bundesweit hatten bereits im Mai und November letzten Jahres Bildungsproteste stattgefunden. Zum Auftakt der anstehenden Aktionswoche im Juni 2009 mobilisieren die beiden Streikbündnisse ruhrgebietsweit. Pressemitteilung des Essener und Duisburger SchülerInnenbündnisses zur Bildungsdemo. |
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Donnerstag, 19. März 2009 um 18:18 Uhr |
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BSV Essen verurteilt brutales Vorgehen der Polizei gegen Schüler Am Donnerstagmorgen nahm die Polizei ein Schüler der Elsa-Brändström-Realschule in Essen-Bergerhausen im Unterricht fest, nachdem er zugegeben hatte eine fälschliche Amoklaufdrohung für Freitag, den 13.03.09 in einer Schülercommunity verschickt zu haben. "Die Polizei forderte ihn auf sich breitbeinig in die Mitte des Raumes zu stellen und die Hände auf den Rücken zu legen.", schildert ein Schüler, "Nachdem er sich stattdessen verängstigt hinsetzte, brachten ihn die Beamten mit Brüllen gewaltsam in die gewünschte Position, legten ihm Handschellen an und führten ihn aus dem Raum." Zuvor hatte die Schulleitung den Schülern am vergangenen Freitag freigestellt den Unterricht zu besuchen. Wie sich herausstellte handelte es sich bei der Drohung nur um einen unüberlegten Streich eines Vierzehnjährigen.
"Die Härte mit der die Polizei den Schüler im Beisein seiner Klasse abführte war nicht angemessen. Anstatt die Tat gemeinsam aufzuarbeiten, stand hier die Demütigung im Vordergrund.", erklärt Marcel Bonsen, Vorstandsmitglied der BezirksschülerInnenvertretung (BSV) Essen. Tatsächlich soll das Vorgehen der Abschreckung gedient haben. Hintergrund und Motivation wurden gänzlich außer Acht gelassen, der Schüler von der Schule und aus seinem sozialem Umfeld entfernt. Die BSV Essen verurteilt dieses Vorgehen.
Einmal mehr zeigt das Verhalten von Schulleitung und Polizei, dass es ausschließlich um die Verhinderung von Straftaten durch Verängstigen geht, obwohl - wie auch Schulministerin Barbara Sommer in ihrer Pressemitteilung erkannt hat - wichtig ist, "Auch in solchen Situationen mit den Schülerinnen und Schülern im Dialog zu bleiben. Das helfende Gespräch darf nicht abreißen. Im Vordergrund muss stehen, diese Kinder und Jugendlichen wieder in die Gemeinschaft zurückzuholen." Dieses Ziel ist jedoch nicht durch die genutzten Mittel zu erreichen. Den Schülern muss der Ernst solcher Taten verdeutlicht werden, anstatt sich abermals auf "Killerspiele" zu berufen, wie es auch der Schulleiter der Elsa-Brändström-Realschule in seinem Elternbrief tut. "Schule darf nicht zu einem Ort werden, an dem man bei jedem Wort befürchten muss, direkt an die Polizei übergeben zu werden. Schule ist ein Raum der Entwicklung. Deshalb muss man auch das Recht haben Fehler machen zu dürfen. Einen Schüler deswegen von der Schule zu schmeißen ist dabei ein Schritt in die absolut falsche Richtung.", stellt Devin Zimmermann, ebenfalls Vorstandsmitglied der BSV fest. Nach dem Prinzip "aus Erfahrungen lernen", erkennen die Schüler bei der Reflexion ihres Verhaltens den Sinn der verhassten Verhaltensregeln. Eine Bestrafung, gerade im Maß dieses Falles, ist kontraproduktiv. Der "Trittbrettfahrer" befindet sich in der Entwicklung, welche noch beeinflussbar ist. Auch durch Repression und das Pressen in ein neues Umfeld. |
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